„Sechs Menschen, deren Wege sich auf
schicksalhafte Weise kreuzen, ohne sich zu berühren. Erst der Tod führt sie
zusammen, auf einer emotionalen Reise zur Vergebung“
„Auf
der anderen Seite“ ist der zweite Teil der Filmtrilogie „Liebe, Tod und Teufel“ von Fatih Akin, deren erster
Teil „Gegen die Wand“ auf der Berlinale 2004 den Goldenen Bären gewann. Seine Weltpremiere hatte der Film
2007 auf dem 60. Filmfestival von Cannes, wo er
als deutscher Beitrag im Wettbewerb um die Goldene Palme vertreten
war und den Preis für das beste Drehbuch
sowie den Sonderpreis „Prix du Jury
œcuménique“ gewann. Auch in weiteren Ländern lief er erfolgreich. Nach dem
Gewinn des Filmpreises Lux wurde der Film in alle 22 Amtssprachen
der EU übersetzt. Der Film wurde darüber hinaus als deutscher Beitrag für
die Oscarverleihung 2008 ausgewählt, kam
allerdings nicht in die Endauswahl.
Der Film ist in drei Kapitel gegliedert: „Yeters Tod“, „Lottes Tod“ und „Auf der
anderen Seite".
Im ersten Kapitel ist der Germanistikprofessor Nejat erstaunt, wenn er seinen Vater
mit eine Prostituierten, Yeter, nach
Hause finden. Yeter hat dieses Angebot akzeptiert, weil zwei Türken sie bedrohten haben. Aber später werden Nejat
und Yeter Freunde und Nejat beginnt, Respekt von ihr zu haben, wann er entdeckt, dass Yeter
eine Tochter hat. Yeter erzählt ihm, dass sie
das Studium von ihrer Tochter finanziert hat. Sie hat ihrer Tochter gesagt, dass sie als
Verkäuferin in einem Schuhgeschäft arbeitet. Für ihre Tochter würde sie alles tun : sie
wollte, dass sie ein
gebildeter, kultivierter Mensch wird. Aber sie ist beunruhigt, weil sie nicht
mehr weiß, wo ihre Tochter ist.
Dann schlägt Ali Yeter in einem alkoholisierten
Wutanfall : sie prallt gegen eine Sofalehne und sie ist
sofort tot. Die Familie von Yeter kann die Leiche in die Türkei
überführen. Während Ali festgenommen und zu einer Haftstrafe verurteilt wird,
fährt Nejat nach Istanbul, um Yeters Tochter, Ayten, zu suchen, weil er ihres
Studium finanzieren möchtet. Er kann seinen Vater nicht verzeihen : er denkt,
dass jemand, der mordet, nicht sein Vater sein kann.
In Istanbul kann
er Ayten nicht finden : ihre Familie hat sie lange nicht gesehen und sie ist seit
ein paar Monaten verschwunden. Sie haben keine Fotos von Ayten, so nimmt er ein Foto von
Yeter. Er bleibt in Istanbul,
gibt seine akademische Karriere auf und übernimmt eine deutsche Buchhandlung.
Er hängt Pinnwänden mit
Yeters Foto überall und auch an eine Wand von der Buchhandlung.
Im zweiten
Kapitel ist die Protagonistin Ayten. Yeters Tochter ist eine
Soziologiestudentin und eine Politaktivistin und gehört zu einer verbotenen
politischen Gruppe. Nach einer Demonstration verliert sie ihres Handy und nimmt
eine Waffe, so wird sie von der Polizei
verfolgt. Sie geht auf ein Hausdach, wo sie die Waffe verstecken kann, aber die
Polizei benutz die Telefonnummern in ihrem Handy, um ihre Freunde zu verhaften.
So muss sie mit einem gefälschten Pass nach Deutschland entfliehen, wo sie
beginnt, ohne Aufenthaltsgenehmigung und ohne Geld zu leben. Sie isst und schläft in der Universität, weil die
Mensa billig ist, und wir finden, dass die ersten zwei Kapitel gleichzeitig sind
: zweimal wiederholt der Regisseur eine Szene, als Ayten im Nejats Unterricht
schläft.
In der
Universität kennt sie Lotte, eine Studentin, lernen, und sie werden Freundinnen.
Trotzdem ist Ayten eine illegale Einwanderin, Lotte bringt zu sich nach Haus. Ihre
strenge Mutter, Susanne, ist nicht so zufrieden mit dieser Situation. Aber die
beiden Mädchen verlieben sich und beginnen eine Affäre.
Ayten sucht
in Bremen ihre Mutter in allen
Schuhgeschäften, aber natürlich kann sie sie nicht finden. Aber ihre Mutter ist
sehr nahe : in einer anderen Szene sehen wir gleichzeitig Nejat und Yeter im
Bus und Lotte und Ayten im Auto. Dann geraten Ayten und Lotte in eine
Polizeikontrolle; Ayten versucht zu laufen, aber sie wird festgenommen. Sie kann nicht Asyl bekommen und wird
sie deshalb in die Türkei abgeschoben. Im Gefängnis wartet sie auf den Prozess.
Lotte fährt
nach Istanbul, wo sie Untermieterin von Nejat wird. Er weiß nicht, dass sie Yeters
Tochter kennt, und sie weiß nicht, dass er
Ayten sucht. Nejat denkt, dass es
unmöglich ist, Ayten zu finden, so entfernet Yeters Foto von der Wand. Bei
einem Besuch im Gefängnis bittet Ayten Lotte, um die versteckte Waffe zu
nehmen, weil ein Mitglied von ihrer politischen Gruppe sie abholen wollte.
Lotte findet die Waffe und steckt sie in ihre Handtasche. Aber auf der Straße
wird ihre Handtasche von drei Kindern gestohlen. Lotte rennt ihnen nach, aber ein Kind schießt
auf sie und sie ist sofort tot. Ihre Leiche
wird nach Deutschland überführt.
Im dritten Kapitel, fährt Susanne nach Istanbul in
der Hoffnung, ihrer Tochter nach dem Tod näher zu kommen. In dem selbsten
Flugzeug gibt es auch Ali : er wird aus Deutschland ausgewiesen. Ali kommt nach
Trabzon, sein Geburtsort, zurück, und Susanne vermietet Lottes Zimmer und sie
und Nejat werden Freunde. Sie liest Lottes Tagebuch und versteht, dass ihre Tochter ihr sehr
ähnlich war. Sie besucht Ayten im Gefängnis, verzeihet ihr und beginnt, um ihr
zu helfen. Sie findet einen guten Anwalt und Ayten wird freigelassen. Mit
Susanne besucht Ayten die Buchhandlung,
aber das Foto von ihrer Mutter ist nicht mehr an der Wand.
In der
Zwischenzeit, verstehet Nejat, dass
er seinen Vater liebt. Obwohl er ein Mörder war, war er kein schlechter Vater und er hat seinen Sohn
gut erzogen. So passt Susanne auf die Buchhandlung auf, und Nejat fährt nach
Trabzon. Dort setzt er sich ans Meer und wartet auf seinen Vater.
Zwei der Themen bieten sich durch
den Filmtitel und die Kapitelüberschriften an : der Tod und „Auf der anderen
Seite“. Der Tod hat in die Leben von Yeter und Ali vor langer Zeit schon
eingegriffen: beide sind verwitwet und haben ihr einziges Kind allein
aufgezogen, wie auch Susanne, die keines Kontakt mehr mit Lottes Vater hat. Im
Film gibt es zwei Tötungen : die eine Tat geschieht in der Privatsphäre, die
andere im öffentlichen Raum, aber sind sie beide nicht mit Absicht verübt
werden. Im geografischen Sinne, verschlägt der Regisseur alle sechs
Protagonisten auf die andere Seite“, in die Türkei oder nach Deutschland. Die
beiden Särge auf dem Förderband des Istanbuler Flughafens - eine herab (Yeter)
und die andere hinauf (Lotte) – sind die Metapher von dieser Situation. Die
Leitmotiv von dem Film sind auch Schicksal und Zufall, der
Idee der „sich kreuzenden“, aber „nicht berührenden“ Lebenslinien, so können
die Protagonisten nur „auf die andere Seite“ finden, wen und was sie suchen.
Denn erzählt der Regisseur von
einer Vater-Sohn und zwei Mutter-Tochter Beziehungen : eine Tochter sucht ihre
Mutter ohne Erfolg in Deutschland, eine andere Mutter sucht ihre Tochter in der
Türkei, aber am Ende findet Susanne eine Tochter, und finde Ayten eine Mutter. Der
Film ist auch über Reue, Vergebung,
Versöhnung, besonders für die beiden Männer: am Anfang verleugnet ein Sohn seinen Vater, aber am Ende wartet auf ihn und
kann ihn verzeihen. Auslöser für seinen Entschluss, um seinen Vater zu
besuchen, ist Susannes Frage nach dem Hintergrund des Bayram-Festes
(Gottes Forderung an Abraham, seinen Sohn zu opfern) : er erinnert an kindliche
Frage an den Vater, ob er ihn auch opfern würde. Sein Vater hat antwortetet
dass, er sich sogar Gott zum Feind
machen würde, um ihm zu beschützen.
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| Fatih Akin |
Andere Themen von dem Film sind
die Identitätsfindung zwischen zwei Kulturen, die Kämpfe für ein Ideal und das
schwierige Zusammenleben mit Multikulturalität, Globalisierung und die
Untersuchung von ihrer einigen Familie und ihrer Herkunft. „Auf
der anderen Seite“ ist kein politischer Film. Der
Regisseur kritisiert die türkische Justiz und das deutsche Asylrecht, aber nur
im Hintergrund. Im Vordergrund stehen die Protagonisten und sie lernen, um
die Vergebung und das Leiden zu verstehen. So ist
„Auf der anderen Seite“ eine nachdenkliche Meditation über das Leben, über
Liebe und Tod.





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